krätze.eu

Was ist Krätze?

Die Krätze, lateinisch Skabies, tritt auch heute noch als unangenehme Hautkrankheit in Erscheinung. Sie ist sehr ansteckend und wird durch eine winzige, einer kleinen Spinne ähnliche Milbe, der Sarcoptes scabiei verursacht, welche überall auf der Welt vorkommt. Neben dem Befall mit Läusen gehört eine Infektion mit Krätze zu den häufigsten parasitären Hauterkrankungen.

Der Mensch dient der Krätzmilbe als einziger Wirt zur Fortpflanzung. Die Paarung von Männchen und Weibchen erfolgt auf der Haut des Wirtes. Danach stirbt das Männchen und das Weibchen beginnt kleine, bis zu 10mm lange Gänge unter die Haut zu bohren, an deren Ende sie täglich 2-3 Eier ablegt. Man erkennt an dieser Stelle den sogenannten Milbenhügel. Nach einigen Wochen verstirbt auch das Weibchen, während dessen sich die Eier zu Larven entwickeln und sich in Haarfollikeln oder kleinen Hautfältchen sammeln. Innerhalb von 3 Wochen wachsen sie zu geschlechtsreifen Milben heran und der Ablauf beginnt erneut.

Der befallene Mensch bemerkt etwa nach 3 bis 6 Wochen einen Hautausschlag, verbunden mit Juckreiz, welcher sich bei Bettwärme deutlich verschlimmert. Befallen werden bevorzugt die Zwischenräume der Finger und Zehen, die Handgelenke, Ellenbeugen, die inneren Fußseiten, der Achsel – und Genitalbereich, auch der Hof um die Brustwarzen kann betroffen sein. Durch die ähnliche Symptomatik des Juckreizes verwechselt der Laie die Krätze möglicherweise mit der Neurodermitis.

In jedem Fall kann der Hausarzt eine eindeutige Klärung herbeiführen, nicht zuletzt durch den Nachweis der Milben. Die kommaartigen Fraßgänge der Milben sind mit einer Lupe deutlich erkennbar. Der Körper reagiert unterschiedlich stark

Um Krätze schnellstmöglich loszuwerden sollten auch die Kuscheltiere gründlich gewaschen werden

Um Krätze schnellstmöglich loszuwerden sollten auch die Kuscheltiere gründlich gewaschen werden

auf die Krätze. Rötungen, kleine entzündliche Pickelchen bis hin zu einem großflächigen Ekzem können daraus entstehen. Bei manchen Patienten ist wiederum kaum etwas zu sehen. Als Komplikation, vor allem nach starkem Kratzen oder bei Abwehrschwäche können die betroffenen Hautstellen zusätzlich von Bakterien befallen werden.

Die Ansteckung erfolgt direkt von Mensch zu Mensch, vor allem bei engem Körperkontakt. Jedoch ist auch eine indirekte Übertragung durch gemeinsame Schlafstätten, schmutzige Handtücher oder auch in Gruppenunterbringungen wie zum Beispiel in Ferienlagern möglich. Schlechte hygienische Bedingungen erleichtern der Krätze ihre Verbreitung. Abwehrgeschwächte Menschen haben ein deutlich erhöhtes Risiko gegenüber einem Befall mit Krätze.

Es gibt verschiedene, wirksame Behandlungsmethoden. Zusätzlich gelten wichtige Hygienemaßnahmen, um eine weitere Verbreitung oder erneute Ansteckung zu verhindern. Dazu gehört der tägliche Wäschewechsel. Waschgänge sollten mindestens 10 Minuten bei 50°erfolgen. Bei Kindern auch an die Wäsche der Kuscheltiere denken. Es besteht Kindergarten- bzw. Schulverbot. Bei Erwachsenen gilt gleichfalls eine Krankschreibung, um eine Ansteckung anderer Personen zu vermeiden.